Supervision

Wenn das Kollegium z. B. eines Kindergarten oder einer Grundschule eine kollegiale Praxisberatung wünscht, kann der Verein die Möglichkeit dazu erarbeiten. 

 

Supervision bedeutet Praxisberatung in Einzelarbeit oder in Gruppen zur eigenen Entlastung, zur Weiterbildung und zur Optimierung der Zusammenarbeit mit Klienten (z. B. Schüler, Eltern, Lehrer, Kolleginnen = Klienten). In Einzelarbeit oder in Gruppen erfolgt die Aufarbeitung beruflicher Fragestellungen, um über die Individualberatung hinaus die Problemlöse- und Beratungskompetenz von Fachkräften zu unterstützen.

Motive für Praxisberatung sind: der Wunsch nach Entlastung und Verarbeitung  der im Umgang mit Klienten entstehenden belastenden und aufzehrenden Ereignisse.  Im Sinne von Weiterbildung bedeutet Praxisberatung: Kenntnis der eigenen Motive im Umgang mit Klienten; Wissen um die eigene Persönlichkeit und ihre Wirkung auf andere; Kenntnis der typischen Schwierigkeiten in der der Handelnde aufgrund der eigenen Handlungsmuster und Eigenarten gerät.

Praxisberatung schafft dann Lösungen, wenn eine „Kommunikation des Wandels“ trainiert wird, die Problemdeutungen und Problemlöseversuche wohlwollend kritisch hinterfragt, alternative Deutungen einbringt und letztendlich damit möglichst vielseitige Problemlösemuster erzeugt. Dies beinhaltet, dass eine Gruppe tatsächlich neue, alternative Denkweisen entwickelt.

 

Organisationsentwicklung (OE) oder therapeutische Veranstaltung
In der Praxisberatung geht es neben der Entwicklung persönlicher und beruflicher
Handlungskompetenz um Problemlösungen, die häufig dadurch erreicht werden, dass die subjektiven Glaubenssysteme und Philosophien der Menschen verändert werden. Fachkräfte sind ähnlich wie Lehrerinnen und Lehrer, deren Denken und Handeln sich nicht grundsätzlich von den Mustern unterscheiden, die Menschen allgemein zur Verfügung haben. Die Chance, sich ausschließlich durch gegenseitige Beratung davon lösen zu können, darf aber als gering eingeschätzt werden, denn sie kommt der Perpetuierung von Deutungen und Lösungen innerhalb eines geschlossenen Systems gleich.

Das konkrete Vorgehen bei der kollegialen Fallberatung ist eine strukturierte Methode für Kleingruppen: KollegInnen beraten sich gegenseitig bei beruflichen Fragestellungen oder Problemen. Dies geschieht als gemeinsame Reflexion im Sinne der Annäherung an eine Lösung. Kollegiale Fallberatung kann so gestaltet sein, dass Teilnehmer/innen sich gegenseitig hilfreich beraten können, dabei aber keine Abhängigkeiten von einem professionellen Berater entstehen lassen (müssen). Teilnehmer/innen erlernen eine Methode der Prozessmoderation.

Sehr erfolgreich arbeiten solche Gruppen, deren TeilnehmerInnen sich aus Selbstmeldern zusammensetzen. In diesen Gruppen ist es in aller Regel gut möglich, die Moderation relativ früh an Gruppenteilnehmer abzugeben. Die Strukturierung der Problemlösung durch die Vorgabe des Ablaufschemas wird durchgängig als sehr hilfreich erlebt: das vorgegebene Schema hilft, eingefahrene Kommunikationsstrukturen zu verlassen.